Literatur in 300 Wörtern (32): John von Düffel – Wassererzählungen

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John von Düffel: WassererzählungenInhalt in 3 Sätzen: Faszination Wasser – in John von Düffel Erzählungen spielt es in ganz vielfältiger Weise eine Rolle. Ob ein Vater mit seiner kleinen Tochter eine abstruse Kreuzfahrt durch Nordeuropa macht oder eine junge Frau von einem japanischen Stararchitekten ein fragwürdiges Jobangebot bekommt – auf sehr kunstvolle und teils sehr erfrischende Art und Weise bezieht der Autor immer wieder das Wasser-Motiv in die Handlung mit ein. 11 Erzählungen, die den Leser durch seine bildreiche Sprache in den Bann ziehen.

Lieblingszitat: “Das Wasser an einem Wintertag. Der Himmel über der See ist hauchblau. Eine Bläue, die allen Dunst und Nebel, die Wolken und Schwaden in sich aufgesogen und verwandelt hat in einen Reifatem, der die Sonne blass macht, eine gefrorene Scheibe aus Licht. Der strohige Bewuchs der Dünen ist frosttrocken und knistert, wenn er unter Schritten zerbricht, der Sand hart wie Stein, eine Mondkruste, und wenn man Luft holt, ist es, als hätte man die ganze Nacht mit offenen Mund geschlafen.” (aus: Ostsee)

Ich hätte selbst vor der Lektüre dieses Buches nicht gedacht, wie abwechslungsreich John von Düffel schreiben kann. Jede Erzählung ist auf ihre Art interessant und entführt den Leser in die Gefühls- und Gedankenwelt einer anderen Hauptfigur. Das Wasser, mal in Form eines Dauerregens, mal in Form eines verwaisten Gartenteiches, ist oft handlungstragendes Element, in einigen Erzählungen jedoch auch lediglich ein stilistisches Mittel, um die Gefühlslage einer Figur zu verdeutlichen. Sicher gibt es unter den insgesamt 11 Erzählungen Geschichten, die mich mehr bewegt haben, andere waren angenehm zu lesen, haben aber nur wenig einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Besonders gelungen finde ich so zum Beispiel die erste Erzählung “Ostsee”, die mich durch ihre präzise pointierte Sprache sofort zum Weiterlesen bewegt hat. Bei Erzählungen wie “Das permanente Wanken und Schwanken von eigentlich allem” musste ich durchaus auch mal schmunzeln. In dialogischer Form berichtet hier ein Vater von seinen skurrilen Erlebnissen auf einem Kreuzfahrtschiff, auf dem zwischen “Kids-Dinners”, Tanzabenden und anstrengenden Reiseteilnehmern wenig Raum für Entspannung bleibt. Insgesamt sind Düffels Wassererzählungen sehr kurzweilig und laden mal mehr, mal weniger dazu ein, seine eigenen Schlüsse aus dem Gelesenen zu ziehen.

Dieses Buch ist für alle Leser, die sich für gut geschriebene Kurzgeschichten begeistern. Düffel ist ein großer Sprachkünstler, der es auf immer wieder anregende Weise schafft, Menschen in Alltags- und Ausnahmesituationen zu porträtieren. Mal melancholisch und tiefgründig – mal amüsant und leichtfüßig.

Kino: The Revenant – Der Rückkehrer

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The Revenant - Der Rückkehrer

Der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu (Amores Perros, Babel, Biutiful) hat es wieder mal bewiesen: seine Spezialität düstere, bildgewaltige und berührende Filme zu machen, die einen nicht so leicht wieder loslassen. Auch sein neues Machwerk „The Revenant“ überzeugt durch atemberaubende Bilder und eine sehr intensive Überlebensgeschichte, in der Leonardo DiCaprio die Hauptrolle spielt. Hier geht’s zu meiner Rezension.

Ausstellungstipp: Bart – Zwischen Natur und Rasur (Neues Museum Berlin)

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Ausstellungstipp: Bart - zwischen Natur und RasurEine ganze Ausstellung über Bärte? Zugegeben, als ich das erste Mal im Fernsehen von der Ausstellung “Bart – Zwischen Natur und Rasur” erfuhr, war ich auch eher belustigt und hielt es zunächst für einen großen Gag. Was gab es da denn zu sehen?! Aber wie so oft trieb mich meine Neugier an – einfach mal schauen und eine eigene Meinung bilden. So war ich letzten Sonntag dann im Neuen Museum. Und war durchaus positiv überrascht.

Die Ausstellung zeigt anschaulich die Kulturgeschichte des Bartes von der Antike bis zur Gegenwart. Was zunächst noch dröge klingen mag, ist wirklich witzig und abwechslungsreich aufbereitet. So könnt Ihr zum Beispiel besondere Barttrends bestaunen, Euch über die Bedeutung berühmter Bärte informieren (klar, auch weltbekannte Bartträger wie Marx und Hitler dürfen hier nicht fehlen) und mehr über Frauen (!) mit Bärten erfahren. So berichtet eine betroffene Frau mit dunklem Vollbart in einem kurzen Film von ihren Erfahrungen mit dieser unüblichen Eigenschaft und ihrem harten Kampf für Toleranz und Anerkennung in der Gesellschaft. Angeblich haben circa 20 bis 30 Prozent der Frauen eine genetische Veranlagung zum Damenbart! Hätte ich nicht gedacht. Überhaupt schafft es die Ausstellung jede Menge Fragen aufzuwerfen, die man sich eigentlich noch gar nicht gestellt hat. Aber wenn man erstmal damit begonnen hat, sich mit Bärten zu beschäftigen, dann scheint es plötzlich überall nur noch so vor Bärten zu wimmeln!

Bärte - eine Auswahl

Bärte – eine Auswahl

In der europäischen Kulturgeschichte ist der Bart seit jeher ein Symbol für Weisheit, Reife und Macht. Kein Wunder, dass in der Geschichte so ziemlich jeder Philosoph, jeder große Dichter von Rang und Namen, jeder Herrscher einen Bart im Gesicht trug. Selbst ägyptische Königinnen klebten sich bei besonderen Zeremonien Bärte an, um ihre Macht zu demonstrieren!

Pharaonin Hatschepsut mit Bart

Pharaonin Hatschepsut mit Bart

In vielen Religionen wie dem Judentum gilt der Bart nach wie vor als wichtiges Merkmal, um sich zur eigenen Religion zu bekennen. Die Nationalsozialisten waren sich dieser Tatsache bewusst und rasierten Juden in der Öffentlichkeit den Bart ab – als Mittel der Demütigung und als Zeichen für Ihre politische Macht. Somit werden in der Ausstellung durchaus auch düstere Kapitel der Geschichte näher betrachtet.

Neben diesen kritischen Blicken in die deutsche Geschichte werden außerdem auch moderne Bart-Trends beleuchtet. So wird in einer Vitrine modernes Bart-Merchandize ausgestellt – unter anderem eine Vollbart-Mütze und ein skurriles Schnurrbart-Quartett. Letzteres wollte ich mir sofort kaufen –  doch im Museumsshop war es leider nicht erhältlich. Schade, schade! Ich hätte es wirklich zu gerne gehabt. Die lustigen Kategorien wie Sex-Appeal, Pflegebedürfnis und Struppigkeit sind einfach genial – bestimmt ein schönes Partyspiel ;)

Bart-Merchandize

Bart-Merchandize

Wer nach so viel Informationen über Schnurr- und Rauschebärte seine eigene Liebe zu Bärten entdeckt hat, kann zum Abschluss außerdem noch ein stilechtes Bart-Selfie machen. Klar, diesen Spaß ließ ich mir nicht entgehen! Voilà!

Bart-Selfie

Bart-Selfie

Fazit meines Museumsbesuchs: Es lohnt sich sehr, sich mit Bärten auseinanderzusetzen. Die Ausstellung “Bart – Zwischen Natur und Rasur” präsentiert dieses faszinierende kulturelle Phänomen auf sehr vielseitige und anschauliche Weise. Informativ und gleichzeitig unterhaltsam. Ein gutes Konzept, von dem sich sicher noch so einige Ausstellungen der Staatlichen Museen eine Scheibe abschneiden könnten.

Bart – zwischen Natur und Rasur
Neues Museum Berlin auf der Museumsinsel
Bis 03.07.2016
geöffnet Mo-So: 10 – 18 Uhr; Do: 10 – 20 Uhr.

Trinkkultur

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Gin Tonic / Ⓒ Ninaclicks, Flickr

Trinken ist auch Kultur. Und: Wenn man einen Blick in die Literaturgeschichte wirft, wimmelt es dort eigentlich nur so von Literaten und Künstlern, die einem guten Gläschen nicht abgeneigt waren. Allen voran natürlich der größte Trinker überhaupt Hemingway. Ab und an schreibe ich auch im Alkoblog – dem Sprituosenmagazin meiner beiden Brüder. “Probier doch mal diesen Gin für uns und schreib einen kleinen Bericht darüber”, hieß es neulich. Gesagt, getan. Meinen kleinen Artikel über meinen Ausflug in die Welt der Spirituosen könnt Ihr jetzt hier lesen.

Cheers & ein schönes Wochenende,

Eure Deborah

Kino: The Danish Girl

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The Danish Girl

Geboren im falschen Körper: Der junge dänische Maler Einar Wegener führt mit seiner Frau Gerda in den 1920er Jahren ein scheinbar perfektes Künstler- und Eheleben bis er eines Tages die weibliche Seite seiner Persönlichkeit entdeckt. Einfühlsames Drama mit Eddie Redmayne.

Hier geht’s zu meiner Rezension!

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