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Eine ältere Frau verbrennt ihren Ehemann, der ihr mit seiner Vorliebe für gesalzenen Trockenfisch sowieso schon lange ein Dorn im Auge war. Ein junger, einsamer Mann trauert seiner großen Liebe hinterher – und nimmt mithilfe einer neuartigen Telefonzelle Kontakt mit dem Jenseits auf. Ein Schriftsteller wird bei der Landung am Flughafen vom Zoll aufgehalten: Er soll gefälligst seine (kürzlich neu erhaltene) Leber an seinen Besitzer zurückgeben…

Was der gebürtige russische Schriftsteller Andrej Kurkow einem in seinem Erzählungsband „Herbstfeuer“ präsentiert, ist ohne Frage sehr skurril – und teilweise sehr makaber. Vielleicht entfalten seine Episoden, die meist irgendwo in den ländlichen Gebieten der Ukraine oder in der Hauptstadt Kiew spielen, gerade deshalb eine so große Sogwirkung. Seine Protagonisten rutschen meist, ohne ihr eigenes Dazutun, in irgendeine vertrackte Lage hinein, aus der sie sich nur schwer wieder befreien können. Das macht die Lektüre sehr spannend und man möchte das Buch nicht eher wieder beiseitelegen, bis man erfahren hat, ob und wie die Figuren aus ihrem Schlamassel wieder herauskommen sind.

Innerhalb einer Woche habe ich dieses schmale Erzählungsbändchen nun nahezu verschlungen – immer in der U-Bahn! Manchmal habe ich dabei fast vergessen, an der richtigen Station wieder auszusteigen… ein gutes Zeichen, oder? Zwar überzeugen nicht alle der insgesamt 8 Erzählungen vollends, dafür sind einige der erzählten Episoden derartige (literarische) Leckerbissen, so dass sich die Lektüre dieses kurzweiligen und schwarzhumorigen Buchs auf jeden Fall lohnt!

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