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Paris, ein Fest fürs LebenInhalt in 3 Sätzen: Ernest Hemingway verbrachte während seiner Arbeit als Auslandskorrespondent  ungefähr 7 Jahre in Paris. Eine intensive Zeit, in der er nicht nur die Bekanntschaft von Schriftstellern wie F. Scott Fitzgerald, Gertrude Stein und Ezra Pound machte, sondern als schlecht bezahlter Journalist immer auch von der Hand in den Mund lebte. In kleinen humorvollen, aber auch melancholischen Episoden erzählt er von seinem Leben als Künstler, von weindurchtränkten Nächten mit anderen Literaten – und wie könnte es anders sein? – eine der schönsten Metropolen Europas spielt dabei immer eine Hauptrolle!

Lieblingszitat: Ein Mädchen kam ins Café und setzte sich allein an einen Tisch beim Fenster. Sie war sehr hübsch, ihr Gesicht so frisch wie eine neugeprägte Münze, falls man Münzen in weiches Fleisch auf von Regen erfrischte Haut prägt, und ihr Haar war schwarz wie ein Krähenflügel und an der Wange entlang schräg geschnitten. Ich sah sie an, sie brachte mich durcheinander und machte mich ganz aufgeregt. Ich wünschte, ich könnte sie in der Geschichte unterbringen, oder sonst irgendwo, aber sie hatte sich so gesetzt, dass sie die Straße und den Eingang beobachten konnte, und ich wusste, sie wartete auf jemanden. Also schrieb ich weiter.“ (aus: Ein gutes Café an der Place Saint-Michel)

Romane schreiben bei dem einen oder anderen café crème, ausgiebige Spaziergänge an der Seine, Pferdewetten und Boxkämpfe – Ernest Hemingway schildert in „Paris, ein Fest fürs Leben“ seine ganz persönliche Lebenssphäre. Seine Skizzen haben einen anekdotenhaften Charakter, wenn er etwa über den überaus exzentrischen Hypochonder F. Scott Fitzgerald schreibt, der (nach ausgiebigem Weingenuss) sich einfach nicht davon überzeugen ließ, dass er nicht krank ist – und mit seinem hysterischen Verhalten nicht nur seinen Gefährten Hemingway auf Trab hielt. Hemingway reflektiert zudem die Rolle des Künstlers und zeigt auf, dass das Leben mit wenig Geld zwar teilweise sehr hart ist und er sich manchmal nicht mal mehr ein Mittagsessen leisten konnte. Gleichzeitig genießt er sein Leben dennoch stets in vollen Zügen, reist mit Frau und Kind mit den wenigen Ersparnissen nach Spanien oder zum Skifahren nach Österreich. Somit ist „Paris, ein Fest fürs Leben“ nicht nur als wunderbares Erinnerungsbuch zu lesen, sondern auch als Liebeserklärung an das Leben und den Genuss!

Dieses Buch ist für Leser, die ähnlich wie Hemingway veranlagt sind und nichts dagegen hätten, stundenlang durch Paris zu flanieren, dabei interessante Menschen zu treffen und sich mit eben diesen ein gutes Glas Wein zu genehmigen. Auch wenn das Paris von Ernest Hemingway vermutlich nicht mehr existiert – bzw. nie existiert hat, denn sicher hat er auch das eine oder andere Detail hinzugedichtet – verspürt man nach der Lektüre den starken Wunsch gen Frankreich aufzubrechen…

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