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Naokos LächelnInhalt in 3 Sätzen: Tokio in den späten 1960er Jahren: der Theaterstudent Toru Watanabe treibt ziellos durchs Leben und hat den Suizid seines besten Freundes immer noch nicht so recht verwunden. Zufällig trifft er Naoko, die frühere Freundin seines Freundes wieder und schon bald findet er in der sensiblen jungen Frau eine Seelenverwandte. Doch die Vergangenheit und vor allem die seelischen Wunden von früher lassen sich nicht so einfach ausblenden…

Lieblingszitat: „Mit fortschreitendem Winter waren Naokos Augen immer klarer und durchsichtiger geworden, aber in dieser Klarheit ließ sich kein Sinn entdecken. Manchmal versenkte Naoko ihren Blick ohne erkennbaren Grund in meine Augen, wie auf der Suche nach etwas ganz Bestimmten. […] Vielleicht wollte sie mir etwas übermitteln, für das sie nicht die richtigen Worte finden konnte. […] Wie gerne hätte ich sie dann in die Arme genommen, aber etwas hielt mich davor zurück. Wahrscheinlich fürchtete ich, sie zu verletzen. Also wanderten wir beide wie bisher durch die Straßen von Tokyo, und Naoko suchte weiter im leeren Raum nach Worten.“

Dieser Roman war bereits mein dritter Murakami – auch dieser entfaltete von der ersten Seite an eine Sogwirkung, der ich mich kaum entziehen konnte! Wie so oft bei Murakami begleiten wir einen unsicheren und zutiefst melancholischen Protagonisten, der sich in einer außergewöhnlichen Liebesbeziehung verstrickt. Verlustängste, Verlorenheit und die Schwierigkeit, die Vergangenheit zu verarbeiten – diese und viele weitere Murakami-Themen werden auch in diesem Roman kunstvoll miteinander verwoben.

Dieses Buch ist für verträumte Leser, die sich in Murakamis faszinierende Gedankenwelten versenken möchten. Dieser Autor hat einfach ein großes Gespür für Stimmungen und Zwischenmenschliches und berührt in seinen Geschichten auch existentielle Fragen, die einen selbst unweigerlich zum Nachdenken anregen. Der Roman behandelt auf sehr einfühlsame Weise auch durchaus ernste Themen wie Depressionen und die Unfähigkeit sich und seine Gefühle auszudrücken, was den Roman stellenweise sehr düster macht. Murakami ist ohne Frage der Meister der Melancholie – dies stellt er auch mit seinem Roman „Naokos Lächeln“ erneut unter Beweis!

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