Aus dem Alltag einer Literaturstudentin (3)

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Halbwegs mit beiden Beinen und dem Kopf wieder in Deutschland angekommen, tue ich mich leider im Moment etwas schwer mit dem Bloggen. Eingewöhnen und sich vor allem wieder durch das doch sehr verschiedene deutsche Universitätssystem zu wursteln, dauerte doch länger als gedacht. Da es aber ja immer ganz hilfreich ist, sich bei kleineren Blog-Schreibblockaden einfach an bestehenden Traditionen entlang zu hangeln, kommen heute wieder mal – pünktlich zum neuen Semester in Jena – zum bereits dritten Mal Gedanken und Notizen aus dem Alltag einer Literaturstudentin.

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1. Einmal quer durch die europäische Literatur: Don Juan

Bei all den spanischen Erasmus-Studenten in Messina hatte ich ja eigentlich 5 Monate lang Zeit genug, das Wesen des Frauenschwarms zu erforschen – nun mache ich es nun also auch in literaturwissenschaftlicher Hinsicht ;) Aber Spaß beiseite…das angebotene Don-Juan-Seminar weckte schnell mein Interesse und sich einmal mit einem der beliebtesten Stoffe der europäischen Literaturgeschichte zu beschäftigen – so mein Gedanke – könnte doch bestimmt nicht schaden. So lese ich mich also mittlerweile durch die wilden Verführungsversuche des heißblütigen Spaniers, dem durch seinen unwiderstehlichen Charme alle Frauen zu Füßen liegen.

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Filmstill aus Viscontis Romanverfilmung “Il Gattopardo”

2. Cinema Siciliano

Und dann: Was für ein Zufall! Oder ist es etwa Schicksal, dass ausgerechnet in diesem Semester zwei Sizilien-Seminare angeboten werden? Ich, immer noch schwer nostalgisch, laufend in sizilianischen Sphären schwelgend, konnte es nicht fassen und belegte kurzerhand beide Kurse! In der Romanistik sind die Seminare sowieso chronisch unterbelegt, da freuten sich die Profs doch sicher über ein vor Sizilien-Liebe nur so strahlendes neues Gesicht. Einer der Kurse beschäftigt sich mit dem sizilianischen Kino, so dass ich jetzt jede Woche für einige Stunden wenigstens in filmischer Hinsicht auf die Insel meiner Sehnsüchte zurückkehren kann. Alles zum Glück im Original mit Untertiteln (die ich immer noch schwer nötig habe..denn ich habe den nahezu unverständlichen sizilianischen Dialekt ja am eigenen Leib erfahren und weiß, wovon ich spreche ;))

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3. Creative Writing

Ich schreibe ja wirklich gern, leider ist es aber auch ein Hobby, das ich – abgesehen vom Bloggen – privat kaum noch pflege. Die Gelegenheit, dies wieder zu ändern, kam nun durch die Möglichkeit, einen Creative-Writing-Kurs an der Uni zu belegen. Das Meiste am Schreiben ist schließlich Handwerk und Übung, umso besser wenn man jede Woche einen Kurs hat, indem einem ein bisschen auf die Sprünge geholfen wird. Mal sehn, was dort in den nächsten Monaten so zustande kommt. Endlich mal wieder kreativ sein, einfach so, just for fun.

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4. André Kertész

Auch die Fotografie darf ich in diesem Semester natürlich nicht zu kurz kommen. Belegt habe ich daher den Kurs “Paris im Fotobuch”, in denen zahlreiche Bildbände, die die französische Metropole zum Thema haben, besprochen werden. André Kertész, einer der Fotografen, den ich sehr schätze, ist auch mit dabei und ich werde mich ausführlich mit seinem Werk “Day of Paris” von 1945 auseinandersetzen. Auch darauf freu ich mich schon sehr. Besonders, weil es im August heißt…

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5. Paris, ich komme!

Die diesjährige Exkursion der Kunstwissenschaftler geht nach Paris – und ich habe einen der begehrten Plätze ergattert! Juhu! Auch wenn ich mir schon jetzt bewusst bin, dass diese Reise sicher kein Spaziergang werden wird, sondern ein einziger Kunst-Kultur-Marathon! Das Programm ist von morgens bis abends vollgepackt mit Besichtigungen und Ausstellungsbesuchen – aber war ja irgendwie auch abzusehen. Paris ist und bleibt wohl einfach eine der bedeutendsten Kulturstädte Europas! Wird bestimmt eine spannende Exkursion – und wie gut, dass gerade Kunstgalerien immer sehr gut klimatisiert sind. Praktisch, vor allem im Hochsommer! ;)

Somit sehe ich also auf ein sicher erkenntnisreiches und abwechslungsreiches Semester. Bald klappt es hoffentlich auch wieder mit dem etwas regelmäßigeren Bloggen – Inspiration, bitte melden. Ich brauche dich.

Wieder da!

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Liebe Sommerdiebe-Leser,

mittlerweile bin ich auch wieder von meinem Auslandssemester in Messina/Sizilien zurück. 5 aufregende Monate auf einer der schönsten Inseln im Mittelmeer liegen hinter mir (der eine oder andere hat es ja vielleicht auch in meinem Messina-Blog verfolgt) – aber jetzt möchte ich mich wieder meinem Kultur-Blog widmen! Ich kann es kaum erwarten, schon bald wieder an dieser Stelle über Literatur, Fotografie und andere kulturelle Dinge zu schreiben. Den Anfang habe ich heute schon mit einer Rezension  über den Film “Her” von Spike Jonze (allerdings im Farbfilmblog) gemacht.

Auf bald! Viele liebe Grüße,

eure kulturbloggende Deborah

Lesen 2013 – Mein persönlicher literarischer Jahresrückblick

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Klar, gerade in den letzten Tagen, die das Jahr 2013 nun noch zu bieten hat, wimmelt es in der Blogosphäre ja eigentlich nur so vor Jahresrückblicken. Aber anstatt nun einfach einen der vielen vorgefertigten Steckbriefe auszufüllen, hab ich jetzt mal einen eigenen Fragenkatalog entwickelt, um nochmal über mein Lesejahr 2013 zu resümieren. Viel Spaß beim Lesen meiner Antworten, vielleicht ist für den einen oder anderen ja auch noch eine kleine literarische Empfehlung mit dabei. Einen guten Rutsch ins neue Jahr und bleibt mir treu! Im nächsten Jahr schreib ich dann auch wieder mehr (meine Rückkehr nach Deutschland naht!)

Meine persönlichen Lese-Favoriten dieses Jahr (Top 3)

Hermann Hesse - Narziß und Goldmund1. Hermann Hesse – Narziss und Goldmund

Wow! Was für ein Buch! Nicht nur die beeindruckend bildreiche Sprache zog mich sofort in ihren Bann, auch die Geschichte von zwei grundverschiedenen, aber doch tief miteinander verbundenen Freunden ließ mich nicht mehr los. Nicht nur, weil ich mich zum Zeitpunkt der Lektüre schon in Italien befand, sondern auch so wurde mir bewusst: ich liebe Deutschland und seine Dichter und Denker!

Max Frisch - Mein Name sei Gantenbein2. Max Frisch – Mein Name sei Gantenbein

Auch Max Frisch bewies mit “Mein Name sei Gantenbein” ein weiteres Mal, das er es in meiner “Lieblingsliteraten”-Rangliste irgendwann nochmal nach ganz oben schaffen könnte. In diesem komplexen Roman greift er ein weiteres Mal sehr kunstvoll sein Lieblingsthema, Identität und die Art und Weise, wie jeder selbst unbewusst laufend an seiner eigenen Persönlichkeit und Wirkung auf andere herumbastelt, auf. Nicht unbedingt leicht zugänglich, aber auf jeden Fall eine echte Leseempfehlung für nachdenkliche Menschen.

Erich Kästner - Fabian3. Erich Kästner – Fabian

Von “Fabian” erfuhr ich eher zufällig durch eine Vorlesung eines von mir sehr geschätzten Professors. Vorher hatte ich mich noch gar nicht mit dem Werk Erich Kästners auseinandergesetzt, wollte dies dann allerdings schnell nachholen. Und es hat sich gelohnt! Kästner hat mit “Fabian” einen fulminanten Großstadtroman geschrieben, der nicht nur jede Menge Zynismus und schwarzen Humor enthält, sondern auch ein anschauliches Porträt der resignativen Atmosphäre in den 1930er Jahren liefert.

Bestes verfilmtes Buch

great-gatsbyOhne Frage: Die Verfilmung von F. S. Scott Fitzgeralds großem Roman “The Great Gatsby” des Regisseurs Baz Luhrmann zählte sicher zu den besten Literaturadaptionen in diesem Jahr. Auch wenn Luhrmann sehr eigenwillig mit der literarischen Vorlage umgeht (Einsatz moderner Musik, opulente Bilder etc.) ist ihm die Übertragung in das filmische Medium dennoch gut gelungen. Mich brachte der Film sogar dazu, ein weiteres Mal zum Roman zu greifen und meine schon Jahre zurückliegende Lektüre noch einmal aufzufrischen.

hitchcock-truffautBestes Filmbuch

Ich lese in der Regel ja wenig Sachbücher, aber Francois Truffauts “Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?” hatte es auf jeden Fall in sich. Ich begeistere mich ja schon länger für die Filme Alfred Hitchcocks, allerdings weiß ich dank dieses Interview-Buches jetzt endlich noch mehr über die zahlreichen Tricks, Kniffe und wenig bekannten Anekdoten des Filmemachers. Dass der große Master of Suspense sich in den Gesprächen mit Truffaut immer weiter öffnet, eigene Fehler und Enttäuschungen eingesteht und sich auch mal als durchaus selbstkritischen Menschen zeigt, machen ihn und seine filmischen Werke nur noch sympathischer.

Lieblingsbuchcover

Die Filmerzählerin

Hernán Rivera Letelier – Die Filmerzählerin

Es war Liebe auf den ersten Blick. Beim Stöbern in meinem Lieblingsbuchladen stieß ich zufällig auf dieses schmale Buch. Das Cover gefiel mir sofort und machte mich neugierig: Lebensfreude, bei gleichzeitiger Kargheit des Raumes, durch den das Mädchen springt – interessanter Kontrast. Der Inhalt des Romans enttäuschte mich dann zum Glück auch nicht. Ein lesenwertes Buch über die Liebe zum Kino und die Kunst, sich auch nach Schicksalsschlägen seine Stärke zu bewahren.

Schöne denkwürdige Worte über das Schreiben:

„Wenn ich schrieb, musste ich nach dem Schreiben immer etwas lesen, um meine Gedanken von der Geschichte abzulenken, an der ich gerade arbeitete. Wenn du ständig darüber nachdachtest, ging es für dein Schreiben verloren, bevor du am nächsten Tag weitermachen konntest. Ich habe bereits gelernt, den Brunnen meines Schreibens nie zu erschöpfen, sondern stets aufzuhören, wenn im tiefen Teil des Brunnens noch etwas übrig war, und ihn über Nacht von Quellen, die ihn speisten, wieder füllen zu lassen.“ (Ernest Hemingway – Paris, Ein Fest fürs Leben)

Größte Überraschung

berlin-alexMit Alfred Döblin modernem Klassiker “Berlin Alexanderplatz” hatte ich wirklich ja schon zur Genüge gekämpft. Bereits zweimal hatte ich es mit der Lektüre versucht – nie war ich über die gefürchtete Seite 30 hinausgekommen. Doch dann wurde in der Uni ein Seminar angeboten – und ich fasste mir schließlich doch ein Herz. Vielleicht schaffte es ja mein Lieblingsprofessor (siehe oben, siehe “Fabian”) endlich mir diesen großen Roman der 1920er Jahre näherzubringen. Und tatsächlich: nach anfänglichen Leseschwierigkeiten ging es plötzlich doch leichter als gedacht. Ich habe den Roman jetzt endlich zu Ende geschafft (und muss sagen, ich bin immer noch ein wenig stolz). Zu meinen Lieblingsbüchern wird “Berlin Alexanderplatz” vielleicht in diesem Leben nicht mehr avancieren, aber ich habe jetzt durchaus eingesehen, warum diesem Werk eine so große Bedeutung in der Literaturgeschichte zugewiesen wird. Und als ich dann in meiner Hausarbeit einen Vergleich zwischen Döblins Roman und Rainer Werner Fassbinders Drehbuch zu seiner 14-teiligen Fernsehadaption anstellte – ja, da begann mir die ganze Sache plötzlich richtig Spaß zu machen!

Größte Enttäuschung

Ein Garten auf dem MondGut, Enttäuschung ist vielleicht etwas hart gesagt, da dies ja in der Regel voraussetzt, das man irgendwas erwartet hat, aber ich finde es immer schade, wenn mich ein Buch so wenig reizt, das mir der Gedanke kommt, die Lektüre abzubrechen. Bernd Breitbachs “Ein Garten auf dem Mond” war leider so ein Fall. Mit der Hauptfigur konnte ich so gar nichts anfangen, auch die endlosen Schilderungen von zahlreichen Liebesbeziehungen und Affären derselbigen begannen mit der Zeit eintönig zu werden. Aber ich wollte das Buch rezensieren, also zog ich es durch! Schade drum, diese Lektüre war wohl leider nichts für mich.

Buch, das eine zweite Chance verdient hätte

pigafettaZum Geburtstag bekommen, angefangen zu lesen, doch so sehr mich die Sprache von Felicitas Hoppes Roman “Pigafetta” auch positiv überraschte, so richtig warm wurde ich mit dem Buch leider nicht. Es kam wie es leider oft kommt im Leben eines Lesers, es kam ein anderes Buch dazwischen, “Pigafetta” fristete, zugeklappt mit eingeschobenem Lesezeichen, weiter sein Dasein auf dem Nachttisch. Dieses kleine Stück Literatur verdient eine neue Chance, weil ich im Prinzip schon denke, dass es mir gefallen könnte. Vielleicht war der richtige, ruhige Moment, um dieses Buch zu genießen, einfach noch nicht da.

3 Autoren, die ich auch 2014 im Auge behalten werde

hemingway

Ernest Hemingway las ich in diesem Jahr gleich zweimal (“Paris, ein Fest fürs Leben”, “Fiesta”) und wird sicher weiter auf meiner Favoriten-Liste stehen. Es verbleiben von Hemingway auf jeden Fall noch so einige Werke, die man noch lesen sollte.

Hermann Hesse hatte mit seinen Werken “Siddhartha” und “Unterm Rad” zwar auch schon vor einigen Jahren mein Interesse geweckt, dennoch hat mich die großartige Lektüre von “Narziss und Goldmund” in diesem Jahr ohne Frage noch neugieriger auf seine weiteren Bücher gemacht.

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Ach, Italo Calvino! Wenn doch die Sprachbarriere nicht wäre! Ich habe mir ja hier in Sizilien sein Werk “Se una notte d’inverno un viaggiatore” auf Italienisch gekauft, auch scheinen sich allgemein in jedem Buchladen, den ich betrete, seine Werke zu stapeln und sich mir quasi aufzudrängen – aber ich fürchte: mein Italienisch ist leider noch nicht soweit, um seine Literatur wirklich in voller Gänze genießen zu können. Klar, das Gröbste verstehe ich…aber tut man einem Autor nicht unrecht, wenn man manchmal 1 Seite lang gar nichts versteht und einfach weiterblättert?! Ich jedenfalls denke, lieber Italo Calvino, deine Zeit kommt noch! Du bist einer der ersten italienischen Autoren, die ich lesen werde, wenn meine Sprachkenntnisse soweit sind!

Bücher, die auf meiner Leseliste für 2014 stehen

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Lesen, lesen, lesen! Natürlich gibts es immer noch jede Menge Bücher, die ich unbedingt bald lesen will. Zuhause in meinem deutschen Regal warten auf jeden Fall Anton Tschechows gesammelte Dramen auf mich (dicker Wälzer, hat nicht in den Reisekoffer gepasst) und auch Michail Bulgakows “Der Meister und Margarita” steht ganz sicher auf der Lese-Liste. Ansonsten gab es zu Weihnachten noch einen Roman von Thomas Heams-Ogus (“116 Chinesen oder so”), das sich um ein dunkles Kapitel der italienischen Geschichte dreht: den Faschismus. Mir wird also in nächster Zeit bestimmt nicht langweilig werden. Und das ist doch schon mal eine beruhigende Aussicht für das Jahr 2014.

Hermann Hesse – Narziß und Goldmund

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Hermann Hesse - Narziß und GoldmundIm mittelalterlichen Kloster Mariabronn freunden sich zwei grundverschiedene Menschen miteinander an: Narziß, der Denker und Asket und der junge Klosterschüler Goldmund, der in seinem neuen Freund zwar zunächst ein Vorbild sieht, aber von diesem bald zurechtgewiesen wird. „Sei du selbst!“, ermutigt Narziß ihn schnell, er solle seinen eigenen Weg finden und nicht einfach das Lebensmodell nachahmen, das ihm von anderen nahegelegt werde. So bricht Goldmund kurz darauf auf, um das asketische Klosterleben hinter sich zu lassen und ein Leben bestimmt von Sinnlichkeit, Abenteuer, Vitalität und Künstlertum zu führen. Stets auf Wanderschaft, von einer schönen Frau zur nächsten wandelnd, entdeckt er bald die Kunst als einzigen richtigen Weg zu einer erfüllten Existenz.

Hermann Hesse entwirft in seiner Langerzählung „Narziß und Goldmund“ in beeindruckend bildreicher Sprache nicht nur ein mitreißendes Porträt eines jungen Menschen auf der Suche nach seiner Berufung, sondern auch eine Hommage an die Freundschaft. Auch wenn die beiden Protagonisten im Hauptteil über eine längere Strecke räumlich voneinander getrennt sind, zeigt Hesse ihre Seelenverwandtschaft auf, die sich über jegliche Distanzen hinwegzusetzen vermag. Die tiefe Verbundenheit beider Freunde scheint schier unauslöschlich.

Hermann Hesse

Hermann Hesse

Eine Freundschaft, so scheint Hesse zu sagen, vermag es Menschen zum Besseren zu verändern und Potenziale in ihnen zu wecken, die ohne eine enge zwischenmenschliche Bindung verborgen geblieben wären. Dies wird anhand der beiden Hauptfiguren deutlich, die sich beide gegenseitig trotz ihrer Gegensätze im positiven Sinne ergänzen und in ihren Anlagen bekräftigen. So etwa Narziß, indem er seinen Freund vor dem Fehler bewahrt, seine künstlerischen Talente zugunsten eines allgemein akzeptierten Lebenswegs verkümmern zu lassen: „Denn indem ein Mensch mit den ihm von Natur aus gegebenen Gaben sich zu verwirklichen sucht, tut er das Höchste und einzig Sinnvolle, was er tun kann.“

Darüber hinaus schafft es Hesse in seiner Erzählung zahlreiche Themenkomplexe wie Leben – Tod, Körper – Geist, Leidenschaft – Vernunft, Freiheit – Gebundenheit kunstvoll einzuflechten, was die Lektüre zu einem Genuss für jeden philosophisch und psychologisch interessierten Leser macht. Die zahlreichen Reflexionen laden zum Nachsinnieren ein, „Narziß und Goldmund“ ist auch gerade deshalb zwar sicher kein leicht verdauliches Buch, aber ohne Zweifel eines was noch lange nachwirkt. Eine Erzählung zum immer wieder Lesen, oder wie ein Zeitgenosse Hermann Hesses es einst sehr treffend auf den Punkt brachte: „kein Zeit-, sondern ein Lebensbuch.“

Ob ich diese Aussage auch unterschreibe, werde ich noch herausfinden, aber auf jeden Fall war “Narziß und Goldmund” eines meiner absoluten Lese-Highlights im Jahr 2013 und hat ab sofort einen festen Platz in meinem Bücherregal verdient. (wenn ich dann wieder in Deutschland bin…)

Ich bin dann mal weg…

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Liebe treue Sommerdiebe-Leser,

morgen geht das Abenteuer Sizilien endlich, endlich los und natürlich wollte ich mich vorher auch noch gebührend bei euch verabschieden. In den nächsten 5 Monaten warten unglaublich viele neue Eindrücke und Erlebnisse auf mich. Fotos und Berichte aus dem Süden Italiens wird es dann in meinem neuen Messina-Blog zu sehen und zu lesen geben.

Ob ich während meines Auslandssemesters auch noch kulturelle Artikel hier und im Farbfilmblog verfassen werde, gehört zu den vielen Dingen, die ich noch nicht weiß und die sich – wie so vieles – wohl erst mit der Zeit herausstellen werden. Lasst euch einfach mal überraschen.

Würde mich freuen, wenn ihr auch in meinem neuen Blog vorbeischaut.

Viele liebe Grüße,

eure Deborah

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